von Mathias Priebe, veröffentlicht in Interne Kommunikation
Warum Zuhören die wichtigste Aufgabe interner Kommunikation ist
Mit diesem Beitrag möchte ich Sie auf den Unterschied zwischen Hören, Hinhören und Zuhören aufmerksam machen. Darin liegt ein wesentlicher Schlüssel für erfolgreiche, interne Kommunikation. Denn nur, wer sich in sein Gegenüber hinein versetzen kann, wird motivieren und führen können. Andernfalls redet man aneinander vorbei. Woran liegt das?
Unsere Sinnesorgane täuschen uns mitunter über die eigene Wahrnehmung. So kann jemand seinen Gesprächspartner zwar hören aber so gut wie kein Wort aufnehmen. Wer nur hört, achtet darauf, den eigenen Faden nicht zu verlieren, sucht nach einer passenden Gelegenheit, selbst zu Wort zu kommen.
Das Prinzip lässt sich vom Gespräch auf die gesamte Unternehmenskommunikation anwenden. Wer kennt sie nicht, die buchstäblich toten Briefkästen für Mitarbeiterkritik. Tot sind sie nicht deshalb, weil es eine schlechte Idee ist, sondern weil ihr Inhalt mehr als ein Mal missachtet wurde.
Auch Hinhören reicht nicht. In der Kommunikation neigen wir oft dazu, dem Inhalt des Gesagten zu große Bedeutung beizumessen. Leider sagt uns das nichts über die Gefühlslage eines Menschen. Wenn jemand auf die Frage "Wie geht es Ihnen?" mit "Danke, gut" antwortet, dann macht nur der Tonfall deutlich, was wirklich los ist.
Mit solchen Phrasen, die übrigens bereits durch die Frage provoziert werden, kann jeder von uns über seinen wahren Gemütszustand locker hinweg täuschen. Es braucht also mehr Fingerspitzen-, eigentlich Bauchgefühl, um der Sache auf die Spur zu kommen.
Wer zuhören will, muss sich in den anderen hinein versetzen. Das ist nicht gleich zu setzen mit Anbiedern oder es jedem Recht machen wollen. Diese Sorge von manchen Vorgesetzten ist unbegründet. Jemandem Aufmerksamkeit schenken, ist kein Zugeständnis sondern eine ganz normale Sache in der zwischenmenschlichen Kommunikation.
Oft ist auch von Empathie (Einfühlungsvermögen) als wichtige Eigenschaft von Führungskräften die Rede. Zwar können Organisationen keine Gefühle haben, aber sie werden von Menschen geführt.
Den Unterschied erkennen Sie an der tatsächlichen Veränderungsbereitschaft eines Unternehmens. Zuhören lässt sich als Prozess strukturieren und organisieren. Führungskräfte können dafür sensibilisiert und geschult werden.
Ich wünsche Ihnen viel Erfolg beim Zuhören!
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