von Ulf Sniegocki, veröffentlicht in Kommunikation
So werden Sie selbstbewusster
In der Schulzeit plagte vielleicht das schlechte Gewissen wegen einer vergessenen Hausarbeit, im Studium oder der Lehre wurde man unsicher wegen einer Wissenslücke, im Arbeitsalltag bekam man Lampenfieber vor einer Präsentation, und selbst im Privatleben gab es Momente der Unsicherheit, z. B. vor einer Rede im Familien- und Freundeskreis.
Fehlendes Selbstbewusstsein begleitet uns ein ganzes Leben lang. Niemand, auch nicht der bekannteste Politiker, der berühmteste Show-Star oder gar der Papst sind frei vor Momenten der Unsicherheit und des mangelnden Selbstbewusstseins. Aber: Jeder Mensch kann daran arbeiten, dass diese Momente seltener werden. Meine Tipps sollen Ihnen dabei helfen.
Grundlage für ein selbstbewusstes Auftreten ist – der Begriff drückt es bereits aus – ein selbstbewusstes Auftreten. Oder mit anderen Worten: So wie Sie auftreten, wirken Sie auf Ihr Gegenüber. Wer mit schlaffem Schritt daherschlurft, hat schon verloren. Wer auf leisen Sohlen um die Ecke kommt, ebenfalls. Gehen Sie aufrecht durchs Leben. Mit festem Schritt und geradem Oberkörper. Kurzum: Bewahren Sie Haltung!
Das können Sie trainieren: Stellen Sie sich dazu an eine Wand, und zwar so nah, dass Ihre Fersen, Ihr Po und Rücken die Wand berühren. Dann konzentrieren Sie sich auf Ihre Füße. Wo lagert jetzt die Hauptlast Ihres Körpers? Auf den Zehen oder auf den Fersen? Bei den meisten Menschen sind es die Fersen, die das Gewicht des Körpers tragen.
Sie aber verlagern in dieser Körperhaltung Ihr Gewicht auf die Zehen. Und dann auf Ihre Fersen. Wechseln Sie diese Haltung mehrmals, bis Sie spüren können, wie sich die Last Ihres Körpers gleichmäßig auf Zehen und Fersen verteilt. So stehen Sie fest und sicher im Leben.
Machen Sie diese Übung auch einmal gemeinsam mit Ihrem Partner oder anderen Personen. Und beobachten Sie dabei, wie sich deren Körperhaltung verändert. Sie werden sehen können, wie durch die bewusste Verlagerung des Körpergewichts auf Zehen und Fersen der Mensch insgesamt in seinem Auftreten selbstsicherer wirkt.
Viele Menschen behaupten, sie könnten an ihrer Stimme nichts ändern. Dass dies falsch ist, wissen wir spätestens seit es die Stimm- und Sprechbildung gibt. Schauspieler, Radio-Moderatoren und Akteure im Fernsehen nutzen sie ebenso wie Menschen, die häufig vor Publikum reden müssen.
Aber auch wer nur seinem Chef gegenüber, beim Einkaufen oder in kleiner privater Runde selbstbewusster auftreten möchte, kann seine stimmliche Ausdruckskraft verbessern, ohne dafür eine Ausbildung zu absolvieren. Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich in einem Haus, in dem es brennt. Dann werden sie kaum herauslaufen und mit leiser Stimme verkünden "Es brennt". Sie werden herausrennen und laut rufen "Feuer! Es brennt!". Ja, Sie werden vielleicht sogar schreien.
Nun ist ein Vortrag oder ein Verhandlungsgespräch keine Notsituation. Gleichwohl hilft Ihnen auch dort eine kräftige, ausdrucksstarke Stimme, wenn Sie Ihre Zuhörer begeistern oder einen guten Vertragsabschluss erreichen wollen. Selbst Radio-Moderatoren sehen ihre Zuhörer. Vor ihrem geistigen Auge. Sie stellen sich die Menschen vor, zu denen sie sprechen. Das hilft ihnen, mit der notwendigen Kraft in der Stimme zu sprechen.
Oder ihre Stimme zum Lächeln zu bringen, indem sie während der Moderation die Augen schließen und sich statt eines großen Publikums nur einen Menschen vorstellen, zu dem sie freundlich, mitunter sogar liebevoll sprechen. Und wir Zuhörer fühlen uns dann von dieser Stimme umschmeichelt.
Also: Seien Sie einmal Radio-Moderator! Spielen Sie diese Situation durch – mit unterschiedlichen Themen. Sie werden merken, wie sich auch Ihre Stimme verändern lässt.
Wer einmal erfahren hat, wie sehr sich die eigene Stimme variieren lässt, kann sich damit künftig jeder Situation anpassen. Aber: Es geht nicht darum, dass Sie Flüstern, Schreien oder Säuseln üben – das können Sie auch ohne Training. Es kommt darauf an, dass Sie lernen, verschiedene Stimmlagen mit unterschiedlicher Ausdruckskraft bei einem Thema einzusetzen. Mit anderen Worten: Dass Sie lernen, im Laufe eines Gesprächs mit Ihrer Stimme Stimmungen zu erzeugen, umso selbstsicherer auf Ihr Gegenüber zu wirken.
Diese drei Parameter – Körperhaltung, Blick und Stimme – sind entscheidende Merkmale für den Eindruck, wie selbstsicher ein Mensch ist. Machen Sie die Probe aufs Exempel und testen Sie meine Tipps in den kommenden Wochen regelmäßig. Ich bin sicher, nach einem Monat werden Sie Ihr Selbstbewusstsein in der Begegnung mit anderen Menschen deutlich
Sollte wider Erwarten der Erfolg ausbleiben, schreiben Sie mir. Denn das wäre ein Phänomen, das ich gerne ergründen würde.
Kennen Sie schon unseren kostenlosen E-Mail-Newsletter "Expertentipps von A-Z"?
Statt Hunderte von Fachberichten und Informationsdiensten selbst
auszuwerten, erhalten Sie einen Überblick über die wichtigsten
Ereignisse und Trends von unseren Experten kostenlos per E-Mail!
» Jetzt kostenlos anfordern! «
|
|
|
| Die besten Reden von A bis Z | Stilvolle Absagen im Geschäftsalltag | PR Praxis |
Keine Kommentare vorhanden
Jetzt kommentieren oder fragen
Bitte loggen Sie sich ein, um zu kommentieren oder Fragen zu stellen.
Sind sie neu hier? Dann registrieren Sie sich jetzt kostenlos.