von Tim Wiengarten, veröffentlicht in Startup
Gelassenheit gegenüber Dingen, die wir besitzen
Ein aktuelles Beispiel: Ich stand vor ein paar Tagen bei meiner Tochter im Kinderzimmer. Sie hielt einen Stapel Papier und ein paar Stifte in der Hand und schaute sich verzweifelt nach einem Ort um, an dem sie diese Dinge sinnvollerweise verstauen könnte.
Zunächst half ich ihr, zu suchen, fragte sie dann aber danach, was das denn eigentlich alles für Dinge seien. "Erinnerungen an die Schulzeit", meinte sie (An dieser Stelle sei erwähnt, dass sie gerade einmal die zweite Klasse abgeschlossen hat).
"Was denn für Erinnerungen?" entgegnete ich und begann, den Stapel einmal vorsichtig auseinander zu sortieren. Was fiel mir entgegen? Monate alte Elternbriefe, in denen darauf hingewiesen wurde, dass am letzten Tag vor den Osterferien die Schule früher ende, kaputte Bleistifte ("die hat mir meine Freundin mal geschenkt"), allerlei zerrissene Basteleien, - so ging es weiter.
Merken Sie etwas? All diese Dinge hatten einmal nicht nur einen praktischen-, sondern auch einen hohen emotionalen Wert für meine Tochter.
Aber nun stand sie da: Das meiste war kaputt, zerknickt oder zerrissen. Und eigentlich störte es nur. Und meine Tochter machte sich nun darüber Gedanken, wo sie all diese inzwischen völlig unansehnlichen Dinge unterbringen solle. Das Mädchen konnte nicht genug Gelassenheit entwickeln, um die einfachste und vernünftigste Entscheidung zu fällen: Sich davon zu trennen und den ganzen Kram einfach zu entsorgen. Die Erinnerungen wären gewiss geblieben, falls sie wirklich so schön für sie waren.
Gelassenheit gegenüber Dingen, die wir erreichen möchten
Luxuswaren, teure Autos, Schmuck, Reisen, eine repräsentative Adresse: Das alles sind Dinge, die unseren Ehrgeiz wecken, Begehrlichkeiten provozieren und uns zu mehr Leistung antreiben, das nötige Geld dafür zu verdienen. Das ist auch nicht verkehrt. Doch haben Sie schon einmal an sich selber gemerkt, wie Sie sich auf ein Ziel versteift haben?
Wie Sie sich zum Beispiel nicht von einem unbefriedigenden Job, einer nicht profitablen Geschäftsidee, einer anstrengenden Beziehung trennen konnten, weil Sie nicht "scheitern" wollten auf Ihrem Weg zu dem einen Ding, das Sie sich vorgenommen haben, zu besitzen? Überlegen Sie einmal: Was bringt Ihnen dieser Besitz? Und ist der beste Weg dahin tatsächlich, sich krampfhaft an etwas festzubeißen, das eigentlich nicht mehr funktioniert?
Trennen Sie sich! Trennen Sie sich von den Dingen in Ihrem (Geschäfts-)Leben, die nicht mehr funktionieren und entwickeln Sie eine gesunde Gelassenheit gegenüber den Dingen, die Sie besitzen möchten. Hören Sie auf, auf einem toten Pferd dorthin reiten zu wollen, wo Sie glauben, dass die Prärie grüner ist. Sie werden es nicht schaffen.
Trainieren auch Sie Ihre Gelassenheit gegenüber Dingen
Wenn einer der folgenden Punkte auf Sie oder Ihr Unternehmen zutreffen sollte, trainieren auch Sie Ihre Gelassenheit gegenüber Dingen:
Übrigens: Meine Tochter und ich haben dann übrigens in ihrem Zimmer nach mehr Dingen geforscht, von denen sie sich getrost trennen kann. An ihrem ehemaligen Platz ist nun viel Raum für neue, inspirierende Dinge. Der nächste Geburtstag kommt ohnehin unaufhaltsam bei diesen kleinen Pappnasen.
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Mein Name ist Tim Wiengarten. Ich bin Ihr Experte für Existenzgründung und Zeitmanagement.