von Michael-Alexander Beisecker, veröffentlicht in Hardware
Der USB-Anschluss auf der Rückseite des USB-Display e2251Fwu von AOC.
USB-Displays sind kein brandneues Produkt, denn schon seit Jahren kündigen die führenden Monitor-Hersteller solche Flachbildschirme an. Auf den Messeständen waren auch schon Prototypen und Vorserienmodelle zu sehen, so zum Beispiel auf der IFA 2011 in Berlin.
Doch mit der Markteinführung haperte es bislang aus technischen und vor allem kaufmännischen Gründen. Denn es gibt auf dem Markt bereits ein reichliches Angebot an TFT-Displays mit herkömmlichem Daten und Netzanschluss.
Jetzt sind die ersten USB-Displays jedoch auf dem Markt verfügbar und preislich erschwinglich, wenn auch nicht ganz so günstig wie herkömmliche TFT-Displays.
So kostet etwa das USB-Display "Philips S-line 221S3UCB" in Online-Shops zwischen rund 170 EUR und 190 EUR. Ein TFT-Display mit herkömmlichem Anschluss und einer ebenfalls 21,5 Zoll großen Bilddiagonalen erhalten Sie dagegen schon für unter 100 EUR.
Aus Kostengründen lohnt es sich daher momentan noch nicht, auf ein USB-Display umzusteigen, zumindest nicht auf den ersten Blick.
Betrachten Sie die Stromkosten, sieht die Kostenkalkulation schon wieder deutlich günstiger aus. USB-Displays haben einen geringen Energieverbrauch, der bei rund 10 Watt liegt. Dagegen braucht ein TFT-Display für den Netzanschluss mit 20 bis rund 30 Watt deutlich mehr Strom.
Bei einer angenommenen Nutzungsdauer von 6 Jahren und 8 Stunden pro Tag an 200 Arbeitstagen im Jahr, verbraucht ein USB-Display etwa 96 kW/h und verursacht damit Stromkosten von rund 24 EUR. Ein herkömmliches TFT-Display verbraucht entsprechend Strom für rund 50 bis 75 EUR.
USB-Displays verbrauchen zudem keinen Strom (0 Watt), wenn der PC bzw. das Display ausgeschaltet sind. Bei herkömmlichen TFT-Displays verbraucht dann das Steckernetzteil weiter Strom und der Stromverbrauch liegt im ausgeschalteten Zustand bei 3 Watt und mehr. Neuere TFT-Displays mit Netzanschluss verbrauchen allerdings auch keinen Strom, wenn sie ausgeschaltet sind.
Das Konzept des USB-Anschlusses hat in der Praxis einige Vorteile, die Ihnen vielleicht auch den Mehrpreis wert sind:
Doch USB-Displays haben auch technisch bedingte Nachteile, die Sie berücksichtigen sollten:
Ebenfalls nachteilig ist, dass Sie bislang nur eine sehr geringe Auswahl bei den USB-Displays haben. Das gilt sowohl bei der Bildschirmgröße als auch bei Hersteller und Modellen. Denn Mitte 2012 gab es gerade jeweils ein USB-Display von AOC und Philips.
Der AOC e2251Fwu hat eine Bildschirmdiagonale von 21,5 Zoll, eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten, einen Kontrast von 800:1, eine Helligkeit von 150 Candela und eine Reaktionsgeschwindigkeit von 5 Millisekunden. Der Leistungsbedarf wird mit 8 Watt angegeben.
Der Philips 221S3UCB hat ebenfalls eine Bildschirmdiagonale von 21,5 Zoll, eine Auflösung von 1.920 x 1.080 Bildpunkten, eine Helligkeit von 150 Candela und eine Reaktionsgeschwindigkeit von 5 Millisekunden. Der Kontrast ist jedoch mit 1.000:1 besser als beim AOC-Modell. Dafür liegt der Leistungsbedarf mit 10 Watt deutlich höher.
Die Preise beider USB-Displays liegen bei rund 170 EUR, wobei die Preisunterschiede hauptsächlich durch den jeweiligen Anbieter bestimmt sind. Ein Preisvergleich lohnt sich bei USB-Displays wie bei allen Elektrogeräten, denn die Preise vom günstigsten zum teuersten Anbieter unterscheiden sich um rund 20 Prozent oder 30 bis 50 EUR.

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