von Rudolf Ring, veröffentlicht in Hardware
Praxistipps für die Nutzung von USB-Surfsticks
Es handelt sich bei einem USB-Surfstick sozusagen um einen Mobilfunkadapter, den Sie per USB-Schnittstelle (Universal Serial Bus) mit Ihrem Rechner verbinden. Nach einer kleinen Software-Installation können Sie dann mit dem Rechner über den USB-Surfstick auf das Internet zugreifen und alle Dienste wie gewohnt nutzen. Ein USB-Surfstick macht daher in mehreren Fällen Sinn, wie diese Beispiele zeigen:
USB-Surfsticks stellen also im Wesentlichen das Überall-Internet für Ihr Notebook oder Netbook bereit. In der Praxis gibt es allerdings so mache Hürde, bis der beste Einsatz gelingt. Die folgenden Tipps und Tricks helfen Ihnen weiter.
Prinzipiell können Sie Surfsticks an jedem Rechner einsetzen, der mit einer USB-Schnittstelle ausgestattet ist (USB 2.0 oder 3.0). Eine entscheidende Einschränkung ist aber das Betriebssystem des Rechners. Denn Surfsticks benötigen für die Einwahl eine bestimmte Software, die zwar in jedem Fall für Windows mitgeliefert wird, bei anderen Betriebssystemen ist der Surfstick möglicherweise aber gar nicht nutzbar. Schon für Apple Mac- und Linux-Rechner gibt es nur ein sehr dünnes Angebot an nutzbaren Surfsticks, für andere "Betriebssystem-Exoten" gibt es praktisch gar nichts.
Wenn Sie sich über die Einwahl-Software des Surfstick-Herstellers in das Mobilfunknetz einwählen, bieten Surfsticks Ihnen eine Auswahl an Zeittarifen an. Beim Einwählen entscheiden Sie sich dann je nach Produkt zwischen einem Monats-, Wochen-, Tages-, Stunden- oder auch Minutentarif. Vorsicht! Bei jedem Tarif gilt das "Parkuhr-Prinzip". Das bedeutet, dass beispielsweise beim Start eines Wochentarifs die Uhr immer tickt, ganz gleich, ob Sie tatsächlich auf das Internet zugreifen oder die Verbindung tagelang gar nicht benutzen.
Ein betriebsbereiter USB-Surfstick besteht wie ein Mobiltelefon aus der Gerätehardware plus der SIM-Karte (Subscriber Identity Module, dt. "Teilnehmer-Identitätsmodul") des zugehörigen Mobilfunkbetreibers. Genau wie viele Mobiltelefone haben Surfsticks daher ein SIM-Lock, können also nur mit der mitgelieferten SIM-Karte betrieben werden. Mit anderen, möglicherweise vom Datentarif her günstigeren SIM-Karten, funktionieren solche Surfsticks also nicht. Informieren Sie sich daher am besten vor dem Kauf und fragen hartnäckig, ob der USB-Surfstick mit oder ohne SIM-Lock geliefert wird.
Die mit dem USB-Surfstick gelieferte SIM-Karte ist branchenüblich ausschließlich für Datenkommunikation, aber nicht für Sprachtelefonie oder VoIP-Nutzung (Voice over IP = Telefonate über eine Internet-Verbindung) ausgelegt. Die SIM-Karte des Surfsticks ist also für die Sprachtelefonie in einem normalen Handy nicht nutzbar.
Damit Ihr Surfstick auch im Ausland funktionieren kann, muss er den dortigen Netzstandard unterstützen. Sie sind weltweit auf der sicheren Seite, wenn Sie einen modernen Quadband-Surfstick (GSM 850, GSM 900, GSM 1.800, GSM 1.900) erwerben. Vorsicht! Prüfen Sie die Roaming-Konditionen des Surfstick-Mobilfunkbetreibers, bevor Sie den Surfstick außerhalb deutscher Grenzen einsetzen, denn sonst kann es durch das Roaming empfindlich teuer werden.
Der Anschluss eines USB-Surfsticks ist nicht an jedem Rechner völlig problemlos. Um die erforderliche Betriebsspannung sicherzustellen, ist oft ein USB-Y-Kabel für den Anschluss an zwei USB-Schnittstellen im Lieferumfang. Dieser Anschluss ist jedoch an manchen Notebooks gar nicht so einfach herzustellen, wenn mehrere USB-Geräte bereits angeschlossen sind. Einen Ausweg hierbei bieten kleine USB-Hubs, die speziell für den mobilen Einsatz vorgesehen sind.
Die Surfgeschwindigkeit hängt beim Zugang per USB-Surfstick ganz wesentlich von der Empfangsqualität im betreffenden Mobilfunknetz ab. Die Netzabdeckung hat in der Praxis einen spürbar höheren Einfluss als die theoretische Maximalgeschwindigkeit des verwendeten USB-Surfsticks. Es ist daher sinnvoll, vor einer Anschaffung eines USB-Surfsticks zuerst die Netzabdeckung zu prüfen, wenn Sie das Gerät vorzugsweise an einem bestimmten Ort einsetzen möchten.
Als Notfall-Maßnahme kann in vielen Fällen die Empfangsqualität erheblich verbessert werden, wenn der Surfstick nicht direkt am Rechner angeschlossen wird, sondern durch ein USB-Verlängerungskabel von dem elektromagnetischen Störfeld rund um den Rechner entfernt betrieben wird. Auch eine erhöhte Betriebsposition des Surfsticks wirkt sich meist als verbessernde Maßnahme für den Empfang aus.
Richtig auf hohe Geschwindigkeiten kommen Surfsticks aber erst mit dem UMTS-Nachfolger LTE (Long Term Evolution). Das Netz für den neuen Mobilfunkstandard wird derzeit mit Hochdruck ausgebaut. Die ersten LTE-Surfsticks sind im Angebot und für leistungshungrige Datentouristen sicher das Mittel der Wahl.

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